Talks from the morgue – Folge 1
„Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Die gute Nachricht: Ich werde sterben. Die schlechte: Sie auch! Sie sehen: Dem Tod zu entkommen, ist unmöglich. Was wir aber tun können, ist, ihn zu betrachten, ihn zu studieren, in all seiner Schönheit und seinem Schrecken.“ Prof. Karl-Friedrich Boerne, Tatort Münster.
Wer bin ich und was mache ich?
In dieser Rubrik meines Blogs „Schwarze Tinte“ reden wir ungeschönt und ehrlich über das Thema Tod und Trauer, das viele am liebsten verdrängen würden.
Wie läuft der Alltag in einem Bestattungsinstitut eigentlich so ab? Und welche Mythen sind wahr und welche falsch?
Ich bin Kari – und möchte euch mitnehmen auf eine turbulente Reise durch den Bestatter Alltag.
Dafür möchte ich euch diverse Menschen und Figuren vorstellen, die mich auf dieser Reise begleitet haben. Interviews mit Leuten, die mich auf der Reise begleitet haben, Antworten auf Fragen, die ihr vielleicht nie gestellt habt und allerlei kuriose Anekdoten, Kurzgeschichten, Deep Talk aus dem Leichenschauhaus, Buch- und Figurenvorstellungen, Richtiges und Wichtiges, Memes und anderer Schabernack.
Warum gerade dieses Thema?
Das Thema Tod wird in Deutschland ja gerne mal ganz weit nach hinten geschoben und verdrängt, bis wir plötzlich vor vollendeten Tatsachen stehen. Um diese Schockstarre und die Panik zu vermeiden sind wir, die täglich mit dem Tod zu tun haben, da: um aufzuklären, um Ängste zu nehmen und um das angestaubter Bestatter-Image, das in Film- und Fernsehen immer noch verbreitet wird, richtigzustellen.
(K)eine Einleitung!
Betritt man einmal seine Welt, ist es schwer, sie wieder zu verlassen.
Er ist mächtig und er ist gefürchtet.
Seit Anbeginn der Zeit ist er das größte unlösbare Rätsel der menschlichen Geschichte.
Er kann Schuldeingeständnis und Liebesbeweis sein.
Er fragt nicht nach Geburtstagen und Feiertagen, nicht nach persönlichen Belangen.
Er ist gnadenlos und unbarmherzig, er reißt Familien auseinander und bringt ganze Dynastien zu Fall.
Er ist allgegenwärtig: Er lauert auf den Schlachtfeldern, im Straßenverkehr, im Krankenhaus, auf dem Meer, in der Luft, im Urlaub, in den eigenen vier Wänden, ja, manchmal sitzt er sogar in einem Hipster Café an einer Straßenecke und schlürft genüsslich einen Chai Latte, während wir unserer Wege gehen.
Ihm zu entkommen, ist unmöglich. Er wird dich erwischen, wenn du es am wenigsten erwartest.
Zur falschen Zeit am falschen Ort.
Manche fürchten ihn. Andere Menschen sind fasziniert davon, manche erforschen ihn.
So wie ich.
Hätte man mir vor einem Jahr gesagt, deine größte Erfüllung wird es sein, im Angesicht des Todes zu arbeiten – ich hätte es verneint.
Und jetzt stehe ich dennoch hier.
Aber was macht es mit einem?
Dieses tägliche Bewusstsein über die eigene Sterblichkeit?
Wird man da nicht wahnsinnig?
Nein – denn man lebt dadurch nur noch intensiver. Man hört auf, die Dinge vor sich her zu schieben.
Von der einen auf die andere Minute ist nichts mehr, wie es mal war.
Ich bin Spencer Robins und das ist meine Geschichte.
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Spencer Robins – ein kleiner Bestatter aus England, aus einem Ort namens Blackcaster, der vor kurzem nach Deutschland gekommen ist. Jetzt gilt es mit all den schrägen Gepflogenheiten zurechtkommen muss. Begleitet wird er vom deutschen Bestatter Darius de la Croix unterstützt. Zur ausführlichen Figurenbeschreibung später. Einige Begebenheiten werden durch ihn als gesonderte Kurzgeschichten dargelegt. Seien Sie gespannt!
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